Reportagen: Warum bin ich Tanzlehrerin geworden

Mit die­sem „Selbst­por­trait” star­tet der ADTV eine klei­ne Serie, in der ADTV-Tanz­leh­ren­de ihre per­sön­li­che Ant­wort geben auf die Fra­ge „War­um ich Tanzlehrer/ Tanz­leh­re­rin gewor­den bin”.

Dezember 2017 - Tanju Koc

Mit neun Jah­ren habe ich ange­fan­gen zu tan­zen. Schnell wur­de mein Talent sicht­bar und Tan­zen zu mei­ner Lei­den­schaft. Mit mei­nen Teams hol­te ich vie­le Sie­ge auf Meis­ter­schaf­ten. Zehn Jah­re war die Tanz­welt mei­ne Hei­mat, doch dann kam der Berufs­ein­stieg: Nach mei­ner Aus­bil­dung zum Fremd­spra­chen­kor­re­spon­den­ten für eng­lisch und nie­der­län­disch woll­te ich in den Nie­der­lan­den Hotel­ma­nage­ment stu­die­ren.

Doch der Vor­schlag mei­ner dama­li­gen Trai­ner lies mich nicht los: Sie emp­fah­len mir, in der Tanz­schu­le zu arbei­ten und das Tan­zen zu mei­nem Beruf zu machen.

Vier Wochen über­leg­te ich und ent­schied mich für die Tanz­leh­rer-Aus­bil­dung: Ich woll­te nicht Mon­tag­mor­gens auf­ste­hen und von mei­nem Job genervt sein. Außer­dem fas­zi­nier­te mich der Gedan­ke, mein Hob­by zum Beruf zu machen. Ich wuss­te, dass ich es irgend­wann sehr bereu­en wür­de, wenn ich mich gegen den Tanz­leh­rer­be­ruf ent­schie­den hät­te.

Ich arbei­te­te also zwei Jah­re in der Tanz­schu­le und brauch­te neue Her­aus­for­de­run­gen, da ich aus der Urban Sze­ne kam – Hip Hop ist mein Spe­zi­al­ge­biet. Ich woll­te mein tän­ze­ri­sches Reper­toire erwei­tern und ent­schied mich für Paar­tanz. In der Nähe von Frank­furt mach­te ich in der Tau­nus-Tanz­schu­le mei­ne Aus­bil­dung zum ADTV Tanz­leh­rer.

Die Ausbildungszeit war nicht leicht, aber sehr intensiv und bestens geeignet, um die tänzerischen Fähigkeiten auszubauen, um zu wissen, wie man den Körper einsetzt und um ihn besser kennen zu lernen.

Im Som­mer 2017 bestand ich mei­ne Abschluss­prü­fung zum „ADTV Tanz­leh­rer (IHK)“.

Ich bereue kei­nen die­ser Schrit­te und wür­de es jeder­zeit wie­der tun. Ich arbei­te sehr ger­ne mit Men­schen zusam­men und bin gern krea­tiv tätig. Und auch das Drum­her­um passt für mich – Kon­gres­se, Semi­na­re, Work­shops – man lernt nie aus.

Es ist ein sehr facet­ten­rei­cher Beruf mit vie­len tol­len Sei­ten. Natür­lich muss man sich erst ein­mal an die Arbeits­zei­ten gewöh­nen, denn es ist eine Umstel­lung, teil­wei­se bis spät in die Nacht zu arbei­ten, aber das habe ich mit der Zeit schnell in den Griff bekom­men und ich kann gut damit umge­hen, vor­mit­tags frei zu haben.

Tan­zen ler­nen ist nicht nur Schrit­te ler­nen. Mein Spe­zi­al­ge­biet ist Moti­va­ti­on. Ich lie­be es, Men­schen zu moti­vie­ren und zu bewe­gen und dabei glück­lich zu sein: „Das Leben gibt dir Zitro­nen – mach Limo­na­de draus.“ So beginnt bei mir jeder Tag. Ich kann nur allen emp­feh­len, die noch nicht genau wis­sen was sie beruf­lich wer­den wol­len: „Wäh­le einen Beruf, den du liebst und du wirst in dei­nem Leben kei­nen ein­zi­gen Tag arbei­ten.“ Mit der abge­schlos­se­nen ADTV-Tanz­leh­rer-Aus­bil­dung habe ich genau die­ses Glück gefun­den.

Über­ar­bei­tung: Sarah Engels

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Oktober 2017 - Sarah Engels

ADTV Tanzlehrerin Sarah Engels

Ich war zufrie­den in mei­ner Medi­en­welt – nach frei­er Mit­ar­beit bei der Saar­brü­cker Zei­tung habe ich wäh­rend mei­ner Stu­di­en­zeit beim Saar­län­di­schen Rund­funk gear­bei­tet. Doch irgend­wie hat mir beim Radio der spür­ba­re Kon­takt zu den Men­schen gefehlt. Und das Tan­zen sowie­so: Frü­her war ich im Bal­lett, in der Gar­de eines Kar­ne­vals­ver­eins aktiv, war im Jazz­tanz und im Jugend­kurs in der Tanz­schu­le – bunt gemischt also. Dann habe ich mich ganz auf den Jour­na­lis­mus kon­zen­triert und das Tan­zen ist sehr in den Hin­ter­grund gerückt.

Nach lan­gen und zähen Ver­hand­lun­gen konn­te ich mei­nen dama­li­gen Freund über­re­den, mit mir einen Tanz­kurs zu besu­chen. Hier bin ich das ers­te Mal dar­auf auf­merk­sam gewor­den, dass die ADTV-Tanz­leh­rer­aus­bil­dung grund­sätz­lich jeder und jedem offen steht. Frü­her dach­te ich, man darf nur dann in einer Tanz­schu­le unter­rich­ten, wenn man das Glück hat­te, in eine Tanz­leh­rer-Fami­lie hin­ein­ge­bo­ren zu sein oder erfolg­rei­che Tur­nier­tän­ze­rin war. So kam ich erst mit 29 Jah­ren dazu, mei­nen Traum­be­ruf zu erler­nen und bin mit die­sem nun sehr glücklich.

Als Quereinsteigerin ist die Ausbildung eine Herausforderung, aber machbar.

Das Span­nen­de für mich an die­sem Beruf ist auch, dass es neben dem Tan­zen vie­le wei­te­re Kom­pe­ten­zen und Lei­den­schaf­ten braucht, um gut arbei­ten zu kön­nen: Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent, Gast­ge­ber­qua­li­tä­ten und Freu­de am respekt­vol­len und wert­schät­zen­den Umgang mit Men­schen. Gera­de die­ser liegt mir als Theo­lo­gin beson­ders am Herzen.

Ich bin sehr froh, dass ich in mei­ner neu­en Rol­le als ADTV-Tanz­leh­re­rin dafür ver­ant­wort­lich bin, dass die Kin­der, Jugend­li­chen und Erwach­se­ne, die zu mir in die Tanz­schu­le kom­men, mit mir eine schö­ne Zeit ver­brin­gen dür­fen und ich nicht mehr dafür zustän­dig bin, den oft­mals schlim­men Nach­rich­ten die­ser Welt hin­ter­her zu jagen. Dar­über­hin­aus möch­te ich nun mit dafür sor­gen, dass die schö­nen Geschich­ten, die in den Tanz­schu­len pas­sie­ren, auch erzählt wer­den und freue mich auf einen anre­gen­den Aus­tausch mit mei­nen neu­en Kol­le­gin­nen und Kollegen!

von Sarah Engels